Erhebung 11.03.2021, 11:30 Uhr

Schweizer Onlinehandel legte 2020 massiv zu

Im Krisen-Jahr 2020 wurden in der Schweiz deutlich mehr Waren online bestellt. Der hiesige Online-Handel wuchs deshalb praktisch gleich stark, wie in den drei vorherigen Jahren zusammen.
(Quelle: Rupixen / Unsplash )
Im letzten Jahr hat man aufgrund der Corona-Pandemie auch in der Schweiz weniger in den Läden einkaufen können. Zwangsläufig musste man deshalb auf das Einkaufen im Internet ausweichen. Dementsprechend brummte der Online-Handel im Krisen-Jahr 2020, wie unter anderem die im Januar veröffentlichten Geschäftszahlen der Migros-Tochter Digitec Galaxus zeigten. Eine Erhebung vom Handelsverband.swiss, dem Marktforschungsinstitut GfK und der Schweizerischen Post deckt nun auf, wie stark das Wachstum im hiesigen Online-Handel effektiv ausfiel.
Und zwar kauften Schweizer Konsumentinnen und Konsumenten Waren und Güter im Wert von 13,1 Milliarden Franken via Internet ein. Der Auswertung zufolge entspricht dies einer Steigerung von 2,8 Milliarden Franken respektive 27,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit ist der Online-Handel in der Schweiz im Jahr 2020 allein praktisch gleich stark gewachsen, wie in den drei vorherigen Jahren zusammen. In den letzten sechs Jahren hat sich der Markt verdoppelt.
Die Auswertung zeigt, dass der Schweizer Online-Handel 2020 praktisch gleich stark gewachsen ist wie in den drei vorherigen Jahren zusammen
Quelle: GfK Switzerland, Handelsverband.swiss, Schweizerische Post
Am stärksten legte dabei der Online-Konsum im Inland zu (+32 %). Insgesamt 11 Milliarden Franken gaben Schweizerinnen und Schweizer 2020 bei lokalen Händlern aus. Im Vergleich dazu steigerte sich der Umsatz ausländischer Online-Händler vergleichsweise nur geringfügig (+5 %). 2,1 Milliarden Franken flossen im letzten Jahr auf deren Konto.
Wie der Handlsverband.swiss, GfK und die Post mitteilen, machten Schweizer Online-Händler im letzten Jahr mit Heimelektronik den grössen Umsatz. Mit gut 3 Milliarden Franken war dies umsatzmässig das beliebteste Sortiment. Dahinter folgt der Bereich Fashion/Schuhe (knapp 2,5 Milliarden Franken). Den Angaben zufolge wuchs dieses Segmen «nur» um 15 Prozent. Kräftig legte hingegen das drittplatzierte Food-Sortiment zu. Die Segmente Möbel, Sport und DoIt seien prozentual am stärksten gewachsen, heisst es weiter.
Am meisten Umsatz machten Schweizer Online-Händler im letzten Jahr mit Heimelektronik
Quelle: GfK Switzerland, Handelsverband.swiss, Schweizerische Post
Die Erhebung zeigt schliesslich auch, dass die bereits grossen Online-Pure-Player selbst auf hohem Niveau immer noch Wachstumsquoten von bis zu 50 Prozent erzielen konnten. Noch höher seien diese bei Omni-Channel-Händlern im Online-Bereich ausgefallen. Wachstumssprünge von 100 Prozent und mehr waren gemäss den Angaben keine Seltenheit. Allerdings seien diese Entwicklungen meistens auf viel tieferer Ausgangsbasis erfolgt. Es zeige das Potential breit abgestützter Handelsformate im Online-Handel auf.
Obwohl laut der Erhebung der stationäre Einkauf nach wie vor als präferierter Einkaufskanal überwiegt, verschieben sich die Präferenzen jedes Jahr weiter in Richtung «online». Eine Entwicklung, die aus der Sicht vom Handelsverband.swiss, GfK und der Post auch nach Corona anhalten dürfte.



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