Ricoh Trend Forum 2019 22.05.2019, 14:30 Uhr

Mit Digital Natives zur digitalen Transformation

Am Ricoh Trend Forum wurde über die grossen Hype-Technologien gesprochen. Thema war aber auch, was Firmen unternehmen müssen, damit die Digitalisierung glückt. Hanspeter Tinner von Hiag Data plädierte für eine Verjüngung der Geschäftsleitung.
Hanspeter Tinner von Hiag Data sprach am Ricoh Trend Forum 2019 über die Wichtigkeit der digitalen Generation
(Quelle: lp/computerworld.ch )
Am Dienstag hat Ricoh Schweiz in Wallisellen zum Ricoh Trend Forum 2019 geladen. Am Event wurden Trends im Digitalisierungsprozess und die damit einhergehenden Chancen und Herausforderungen für Unternehmen thematisiert. Begrüsst wurden die Besucherinnen und Besucher von Daniel Tschudi. Der Managing Director der Schweizer Niederlassung des japanischen Drucker-Spezialisten lieferte zu Beginn einige Zahlen: Seinen Angaben zufolge schloss Ricoh das vergangene Geschäftsjahr Ende März erfolgreich ab. Das Unternehmen habe weltweit 18,5 Milliarden Franken umgesetzt, dabei leicht wachsen sowie den Operating Profit verdoppeln können, erklärte Tschudi.
Daniel Tschudi setzt mit Ricoh auf den Bereich IT-Services
Quelle: lp/computerworld.ch
Zur Sprache kam auch der Bereich IT-Services, den Ricoh als weiteres Standbein zum Kerngeschäft – dem Printing – aufbaute. Dieser macht gemäss dem Schweizer Landeschef bereits rund 20 Prozent des gesamten Konzernumsatzes aus. «IT-Services sind für uns strategisch besonders wichtig. Der Bereich wächst aktuell am schnellsten.» Das wolle Tschudi auch künftig beibehalten – primär mit Managed Cloud Services, Datacenter- und Infrastruktur-Services sowie Business Intelligence.

Das bewegt die Tech-Welt

Was die Zukunft aus technologischer Sicht bereithält, zeigte im Anschluss der Internetunternehmer und Zukunftsbotschafter Jörg Eugster dem Publikum anhand verschiedenster Beispiele auf. Er sprach etwa darüber, wie Unternehmen von Robotik, künstlicher Intelligenz oder auch Augmented Reality profitieren können.
Jörg Eugster lieferte am Ricoh Trend Forum einen Überblick über die Tech-Trends
Quelle: lp/computerworld.ch
Als «eine der grössten Revolutionen, die auf uns zukommt», bezeichnete Eugster den 3D-Druck. «Sie können damit Sachen einfacher und nachhaltiger herstellen, die man früher viel aufwändiger im Gussverfahren produzieren musste», erklärte er den Anwesenden. Er stellte hierzu etwa ein Fahrzeug vor, das komplett im 3D-Drucker gedruckt wird. Wer also in Zukunft beim Garagisten ein Ersatzteil für sein Auto bestellen müsse, so Eugster, könne sich dieses dereinst vielleicht gleich vor Ort drucken lassen. Auch Raum und Zeit kann man laut ihm mit dem 3D-Druck überwinden. «Als die Astronauten auf der ISS ein Werkzeug brauchten, hat man ihnen dieses heraufgebeamt und sie druckten es dort dann aus. Wir sind also dem Beamen schon relativ nahe», sagte er scherzhaft. Eugster verspricht sich insgesamt jedoch viel von der Technologie: «Wir werden damit die Herstellung von Produkten, die wir in Billiglohnländer ausgelagert haben, wieder zurückholen können.»

Digitalisierung verlangt nach einer Verjüngungskur

Auf der Bühne stand ausserdem Hanspeter Tinner, der bei Hiag Data für den Bereich New Business zuständig ist. Mit dem Hiag-Tochterunternehmen ist Ricoh eine Partnerschaft für seine IT-Services eingegangen. Für diese nutzt Ricoh das Infrastrukturangebot von Hiag Data als Unterbau. Tinner lieferte dem Publikum in seinem Vortrag Denkanstösse, worüber man sich auf der «Digitalisierungs-Reise» Gedanken machen solle. Ihm zufolge unter anderem über die Kunden der Zukunft, die sich grundlegend von den heutigen unterscheiden würden. «Da kommen neue Generationen, die ganz anders funktionieren und eine ganz andere Erwartungshaltung haben.» Der Managing Director des Bereichs New Business fragte in die Runde: «Haben Sie das in ihrer digitalen Transformation oder in ihrer Strategieanpassung berücksichtigt? Haben Sie sich schon überlegt, welche Ansprüche Millennials an Ihr Unternehmen haben – vielleicht auch als potenzielle Mitarbeitende?» Gemäss Tinner ist es besonders in Anbetracht des Fachkräftemangels wichtig, Letzteres zu hinterfragen.
In der abschliessenden Podiumsdiskussion sagte er provokativ: «Werfen Sie einen Drittel Ihrer Geschäftsleitung raus und nehmen dafür Junge zwischen 25 und 30 rein.» Aus seiner Sicht sei es «absolut matchentscheidend», dass die ältere Garde von den Jungen lerne – obwohl das nicht einfach sei. Er habe sich selbst ebenfalls aus der Geschäftsleitung genommen. Denn die Jungen seien fundamental anders aufgewachsen und hätten eine ganz andere Art, Informationen zu sharen oder mit Communities zu interagieren. Tinner resümierte: «Wenn das nicht in Ihrer Geschäftsleitung Einzug findet, dann werden sie den Zug für die digitale Transformation verpassen.»
Computerworld hat übrigens mit dem Internetpionier Jörg Eugster über sein aktuelles Buch «Übermorgen – Eine Zeitreise in unsere digitale Zukunft» gesprochen. Wer mehr darüber erfahren möchte, mit welchen Strategien Unternehmen den digitalen Tsunami überleben, kann das Interview hier nachlesen.


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