Technologien 15.01.2018, 15:52 Uhr

Blockchain-Technologie: Hype oder Heilsbringer?

Dank Bitcoin ist auch die zugrundeliegende Blockchain-Technik ins Rampenlicht gerückt. Hype oder Potenzial? Schweizer Wissenschaftler geben Antworten.
(Quelle: shutterstock.com/enzozo)
Die Kryptowährung Bitcoin ist derzeit in aller Munde. Eine wichtige Basis für die digitale Währung ist die sogenannte Blockchain. Sie hat das Potenzial, nicht nur die Art zu bezahlen, sondern auch die politische Mitbestimmung in Zukunft stark zu verändern.
«Derzeit erleben wir einen Blockchain-Hype», sagt Roger Wattenhofer auf Nachfrage - er ist Professor für Verteilte Systeme an der ETH Zürich. Dabei sei die Grundlagentechnik für Blockchain schon relativ alt. Das Interesse in der Forschung sei in den 1970er und 80er Jahren womöglich grösser gewesen als heute, so Wattenhoffer.
Roger Wattenhofer, Professor für Verteilte Systeme an der ETH Zürich, spricht in Sachen Blockchain von einem Hype
(Quelle: ETHZ)
Seit sich die Kryptowährung Bitcoin jedoch weltweit verbreitet habe, sei parallel dazu auch das Interesse an der technischen Basis gestiegen.
«Blockchain», zu deutsch «Kette von Blöcken» sei eine fehlertolerante verteilte Datenbank von Transaktionen, abgesichert mit kryptographischen Methoden, erklärt Wattenhofer.

Demokratische Teilhabe über Blockchain

In der Stadt Zug nutzt die Verwaltung bereits die Blockchain-Technologie in verschiedenen Bereichen: Im Frühling 2018 soll eine «E-Voting»-Konsultativabstimmung durchgeführt werden, um beim technischen Ablauf Erfahrungen zu sammeln. Das Thema sei noch offen, heisst es von Seiten der Stadt.
Seit Ende 2017 bietet Zug ausserdem eine digitale Identität an, bei der Blockchains eine wichtige Rolle spielen. Bislang hätten sich 116 Einwohnerinnen und Einwohner eine digitale Identität zugelegt, sagte Dieter Müller von der Stadt Zug auf Anfrage. 67 von ihnen seien bereits bei der Einwohnerkontrolle zur Bestätigung vorbeigekommen.
Auch im Kanton Schaffhausen bietet man der Bevölkerung seit Dezember eine elektronische ID an - die Pilotphase soll voraussichtlich bis Frühling 2018 dauern.
Für die E-ID wird eine App genutzt, auf der die persönlichen Informationen mithilfe der Blockchain-Technologie gespeichert werden und mit einer Krypto-Adresse verknüpft sind. Die Personendaten werden dabei nicht auf zentralen Servern erfasst, sondern verschlüsselt auf dem eigenen Mobiltelefon, wie die Stadt Zug auf ihrer Homepage schreibt. Zu Beginn werde lediglich durch die Stadt die Identität der Person überprüft und bestätigt.


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