Algorithmen für Klubs 19.09.2018, 16:25 Uhr

KI sagt Verletzungen von Fussballern vorher

Italienische Forscher haben zwei Algorithmen entwickelt, mit denen detaillierte Prognosen über die Leistungssteigerung und gesundheitliche Risiken von Fussballspielern erstellt werden können.
(Quelle: Jeffrey Lin / Unsplash )
Das zum Nationalen Forschungsrat CNR Italiens gehörende Istituto di Scienza e Tecnologie dell'Informazione und die Università di Pisa haben zwei innovative Algorithmen für Fussballclubs entwickelt. Mit ihrer Hilfe können Leistungen und Verletzungsgefahr von Fussballspielerinnen und Fussballspieler vorhergesagt werden.
Der erste Algorithmus besteht aus der Kombination von Internet of Things und Künstlicher Intelligenz (KI). Zu dem Zweck wurden Fussballspieler eine Spielsaison lang mit einem GPS-Gerät ausgestattet. Damit konnten alle Bewegungskriterien, wie zurückgelegte Strecken, Kreislaufstärke oder Beschleunigungswerte, überwacht werden. Bei der Auswertung dieser Variablen wurde eine Korrelation zum Verletzungsrisiko festgestellt. «Unser ‹Injury Forecaster› erlaubt wertvolle Schlussfolgerungen für den Mannschaftscoach über die Gestaltung seiner Trainungseinheiten und -methoden», erklärt Projektleiter Luca Pappalardo. Immerhin liege die Treffgenauigkeit zur Verletzungsgefahr bei über 50 Prozent, während die Zuverlässigkeit herkömmlicher Prognosetechniken nur fünf Prozent betrage.

Millionen Kicker genau ausgewertet

Ein weiterer, mit der italienischen Firma Wyscout erarbeiteter Algorithmus betrifft die Entwicklung der Leistungsfähigkeit einzelner Spieler. «Hierzu haben wir mehrere Millionen Daten von Fussballspielen in aller Welt ausgewertet», erläutert der italienische Forscher. Dabei wurden alle Einzelaspekte von Spielabläufen, wie beispielsweise Dribbeln oder Schiessen, und deren Position auf dem Spielfeld untersucht.
«‹PlayeRank› ist für den Club sehr hilfreich, da unser Algorithmus die individuelle spielerische Leistung über längere Zeiträume verfolgt und damit Vohersagen über das weitere Entwicklungspotential erlaubt», so Pappalardos Forscherkollege Paolo Cintia. Für die Vereinsspitze ergäben sich zudem Entscheidungshilfen für geplante Einkäufe oder Verkäufe von Spielern. Die Untersuchung wurde in enger Zusammenarbeit mit dem FC Barcelona durchgeführt. Details sind in der internationalen Fachzeitschrift «PlosOne» publiziert.
Hinweis: Der Text stammt von «pressetext.com» und wurde von Harald Jung verfasst.


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