«In manchen Bereichen haben wir unsere Ziele übertroffen»

Googles Schweizer Cloud-Chef über Kunden und Projekte

CW: Wegen was kommen die Kunden zuerst? Wegen der Sicherheit oder anderer Features?
Sciullo: Gute Frage – wenn man nur gute Security hat, aber den Business Case nicht entsprechend erfüllen kann, ist das sicher nicht die beste Voraussetzung. Aber die IT-Sicherheit zu Beginn aufzuzeigen, hilft den Kunden, den Schritt in die Google Cloud zu gehen. Am Ende ist es ein Wechselspiel mit unseren weiteren Angeboten. Wir investieren hierin laufend, damit sich Kunden gut aufgehoben und auch sicher fühlen in der Cloud. Dabei sind die zahlreich verfügbaren Services mit all ihren Features zentral, um den Business Value für unsere Kunden bereitstellen zu können.
CW: Welche Lösungsbereiche werden verstärkt nachgefragt?
Sciullo: Data Analytics und Machine Learning sind prominent vertreten. Kunden sehen hier rasch, was unsere Technologien können und was sich dadurch optimieren lässt. Die einfache Anwendbarkeit der Technologie steht im Vordergrund: Man muss schnell validieren können, ob man diese einsetzen kann. Hier bekommen wir gute Noten für unsere einfache und effiziente Plattform. Beim Versicherer AXA etwa hat man die Prozesse im Bereich Analytics überdacht und dazu unsere Cloud-Ressourcen genutzt. Dadurch konnte man deutlich Zeit einsparen, die zum Beispiel für die Bearbeitung der Endkunden-Angebote eingesetzt werden kann.
CW: Neben AXA zählen weitere heimische Grössen wie Roche, Credit Suisse oder Globus zum Kundenstamm. Wie viele Kunden sind noch auf der Google Cloud? 
Sciullo: Wir können nicht nur verschiedene Kundensegmente, sondern auch verschiedene Verticals bedienen. Das Spektrum reicht von Finance bis Retail – der Detailhandel ist ein sehr Cloud-affiner Bereich – sowie Manufacturing (z. B. Swiss Steel) und Technology Services. Beispielkunden wären hier etwa Swisscom oder ein prominenter Hersteller von Bankensoftware wie Temenos. Von diesen vier Haupt-Verticals verzeichnen wir momentan die meiste Nachfrage von Anwenderunternehmen.
CW: Sie haben die Lufthansa und somit auch die Swiss als neue Kundin für Ihre Cloud-Infrastruktur gewonnen. Welche Vorteile ergeben sich daraus für den Luftfahrtkonzern?
Sciullo: Bei diesem Projekt geht die Swiss voran. Es ging darum, den operativen Betrieb effizienter zu gestalten. Dafür muss man unter anderem wissen, wo sich welche Flieger gerade befinden und welcher Kunde was gebucht hat. Etwa wenn es zu einer Umbuchung kommt, weil Flüge zusammengelegt werden oder das Wetter den Flugplan beeinflusst. Die Optimierung soll mit unserer Machine-Learning-Technik verbessert werden. Dieser Proof of Concept wird von Zürich aus geleistet. Das Beispiel zeigt, wie wir dazu beitragen, dass Anwenderunternehmen komplexe Optimierungsaufgaben besser lösen können.
“Wir haben in den zurückliegenden Monaten zahlreiche Experten an Bord geholt, um in den verschiedenen Industriebereichen mit Kunden zusammenzuarbeiten„
Christian Sciullo, Google Cloud Schweiz
CW: Sie haben verschiedene Unternehmen und Branchen aufgeführt. Wie adressieren Sie die spezifischen Bedürfnisse der doch recht unterschiedlichen Kunden?
Sciullo: Die Breite der Cloud-Lösungen in branchenspezifische Lösungen zu übersetzen – darin liegt die eigentliche Kunst. Die Industrie entwickelt sich mit den neuen Technologien weiter. Man muss dazu vertiefter in die Branchenberatung eintauchen. Dafür haben wir in den zurückliegenden Monaten zahlreiche Experten an Bord geholt, um in den verschiedenen Industriebereichen mit Kunden zusammenzuarbeiten. Neben unserem geschäftlichen Wachstum hat sich auch unser Team stark vergrössert. Nicht zuletzt spielt hier unser Partnernetzwerk eine zentrale Rolle. Viele unserer Partner haben entsprechend tiefe Branchenkenntnisse und sind zentral für die Übersetzung von Cloud Technologien in industriespezifische Lösungen.


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