Ausblick 16.11.2018, 15:25 Uhr

Die Top fünf Trends für 2019 laut Equinix

Mit welchen digitalen Trends müssen sich Unternehmen kommendes Jahr auseinandersetzen? Der Datacenter-Anbieter Equinix hat fünf Entwicklungen ausgemacht. Diese reichen von der Blockchain bis zu 5G.
Roger Semprini, Managing Director Schweiz, Equinix.
(Quelle: Equinix)
Bei Equinix hat man den Blick in die Zukunft gewagt. Der Anbieter von Services im Bereich Datacenter sieht fünf Entwicklungen, die sich grundlegend auf IT- und Netzwerkarchitekturen auswirken könnten.
1: 5G kommt
Bei Equinix geht man davon aus, dass der künftige Mobilfunkstandard 5G in Zukunft zahlreiche neue Möglichkeiten für die digitale Transformation von Geschäftsprozessen eröffnen wird, insbesondere in Kombination mit technischen Ansätzen wie Internet of Things oder künstliche Intelligenz.
Zuvor müssten Unternehmen jedoch den Umbau bestehender Netze vorantreiben, insbesondere am Übergang der Netzwerke von Mobilfunk zu internem Netzwerk. Auf diese Weise könnten die Geschwindigkeiten, wie sie bisher nur von Glasfaserleitungen her bekannt sind, auch wirklich mobil genutzt und latenzempfindliche Anwendungen konsistent und zuverlässig verarbeitet werden.
Equinix erwartet für das kommende Jahr, dass Unternehmen ihre Investitionen deutlich erhöhen werden, um bestehende Mobilfunkinfrastrukturen zu überarbeiten und um neue Edge-Infrastrukturen für den Betrieb von 5G-Netzen aufzubauen.

2: Verteilte IT-Architekturen für künstliche Intelligenz (KI)

Equinix prognostiziert, dass der steigende Einsatz von KI-Lösungen in Wirtschaft und Gesellschaft die Nutzung von Daten exponentiell erhöhen wird. Auf technischer Ebene erwarten die Auguren des Datacenter-Betreibers, das neue KI-Lösungen auf dezentralen IT-Architekturen aufsetzen werden.
Aufbau und Gestaltung von KI-Modellen würden hierbei am Netzwerkrand, an der sogenannten Edge stattfinden, also räumlich näher an der Datenquelle als am Datacenter. Das kann etwa ein Sensor mit Mini-Rechner für die erste Datenverarbeitung in einer abseits gelegenen Wetterstation sein.
Unternehmen werden gemäss der Prognose KI-Innovationen in verschiedenen Public Clouds nutzen, statt sich an eine einzige Cloud zu binden. Dieser Trend führe dazu, dass KI-Architekturen in Zukunft weiter dezentralisiert würden.

3: «Un-Blocking» the Chain

Investitionen in Blockchain-Lösungen wachsen mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 73 Prozent. Die prognostizierten Gesamtausgaben steigen bis 2022 gemäss IDC auf 11,7 Milliarden Dollar.
Bei Equinix geht man davon aus, dass sich Unternehmen künftig an mehreren Blockchain-Netzwerken beteiligen werden. Zum Beispiel in den Bereichen Lebensmittelsicherheit, Finanzdienstleistungen, Gesundheitsindustrie oder dem weltweiten Containerverkehr.
Durch diese Verflechtung werde ein Netzwerk von Netzwerken entstehen, das neue Möglichkeiten schafft und zusätzliche Anforderungen an Business- und IT-Führungskräfte stellt. So werde die Blockchain-Performance zu einer immer wichtigeren Anforderung im Unternehmensbereich.
Als Beispiele sogenannter leistungsempfindlicher Blockchain-Anwendungen nennt Equinix die Sendungsverfolgung innerhalb einer Lieferkette, Machine-to-Machine-Kommunikation und Internet of Things sowie im Bereich der grenzüberschreitenden Währungsabwicklung.
Die verschiedenen von Unternehmen genutzten Blockchain-Netzwerke müssten in Zukunft in bisherige Anwendungen integriert werden. Dies erfordere die Einrichtung von Austauschpunkten, an denen die Teilnehmer der Blockchain direkt miteinander kommunizieren und zusammenarbeiten können.

4: Raus aus dem Datenschutzlabyrinth

Veränderte Datenschutzgesetze und erhöhte Datenschutzbedenken könnten zu fortschrittlicheren und verteilten Sicherheitsabläufen führen. Immer mehr Unternehmen und SaaS-Anbieter würden Mini-Clouds in unterschiedlichen Regionen einsetzen, um lokale Anforderungen an die Datenaufbewahrung und Compliance zu erfüllen.
Parallel benötigten Firmen verteilte Datenmanagement-Architekturen, die globale Netzwerke und Datenstrukturen unterstützen, um die verteilten Mini-Clouds einheitlich zu verwalten und in bestehende IT-Infrastrukturen zu integrieren.
Equinix prognostiziert, dass Unternehmen insbesondere zwei Massnahmen in Betracht ziehen werden, um Verstösse gegen Datenschutzbestimmungen zu verhindern und die Kontrolle über ihre Daten zu behalten: Neue Datenmanagementtechniken, die problemlos mit verschlüsselten Daten arbeiten und neue hardwarebasierte Virtualisierungstechniken, die Dienstleister daran hindern, Daten ihrer Kunden einzusehen.

5: Interconnection, Hybrid- und Multicloud

Immer mehr Unternehmen nutzen SaaS-, IaaS- und PaaS-Lösungen mehrerer Cloud-Anbieter gleichzeitig. Infolge werden ihre Cloud-Architekturen immer komplexer. Dadurch wachsen die Bedenken hinsichtlich der Sicherheit, Integration und des Managements von Hybrid- respektive Multicloud-Architekturen.
Bei Equinix geht man davon aus, dass Unternehmen 2019 deshalb mit neuen Herausforderungen im Zusammenhang mit hybriden Cloud- und Multicloud-Ansätzen rechnen müssen. Beim Datacenter-Anbieter erwartet man, dass sich bei der Umsetzung hybrider Multicloud-Architekturen die Erweiterung der Sicherheitsperimeter von Unternehmen sowie Integrations- und Managementfragen als Stolpersteine erweisen können.
Um einen reibungslosen grenzüberschreitenden Datenfluss zu gewährleisten dürften die IT-Sicherheit, Analyse und Austausch von Daten in unmittelbarer Nähe zur Cloud unabdingbar werden. Der passende Partner für Interconnection könne Unternehmen unterstützen, die Komplexität der Cloud in den Griff zu bekommen.
Laut der Equinix-Studie Global Interconnection Index wird die Interconnection-Bandbreite zwischen Unternehmen und Cloud- respektive IT-Anbietern bis 2021 jährlich voraussichtlich um 98 Prozent wachsen. Dies werde Unternehmen beim Aufbau neuer digitaler Dienste und bei der Migration bestehender Workloads auf Cloud-Plattformen von Drittanbietern unterstützen.
Diese fünf Trends werden im kommenden Jahr den digitalen Wandel von ganz vielen Unternehmen in der Schweiz massgeblich beeinflussen, sagt Roger Semprini, Managing Director bei Equinix Schweiz und fügt an: «Die Wirtschaftslage hier ist sehr gut, wir haben riesige Chancen in ganz vielen Bereichen. Persönlich will ich in Zürich mit Equinix das grösste Rechenzentrum der Schweiz und damit das House of Clouds bauen. Damit schaffen wir die idealen Voraussetzungen für die Umsetzung dieser Trends.»


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