Lernmethoden an der ETHZ 13.02.2018, 08:51 Uhr

Mit der Hololens in die Welt der Moleküle eintauchen

Wandtafel und Hellraumprojektor sind Geschichte: An der ETH Zürich werden neue Lernformen mit «Mixed Reality»-Welten erprobt.
Durch den Einsatz von HoloLens-Brillen ist ein Protein als virtuelles Objekt im Raum erlebbar.
(Quelle: ETHZ)
Von Roland Baumann / ETH News
Was von aussen wie eine futuristische Meditationsübung aussieht, ist in Wirklichkeit Teil der Lehrveranstaltung «Computer-Assisted Drug Design» von Gisbert Schneider, Professor für das gleichnamige Gebiet. Wobei die Wirklichkeit in diesem Fall zwei Komponenten hat – denn die Brille, welche die Studierenden tragen, vermittelt eine sogenannte Mixed Reality.
Wer durch die HoloLens sieht – so heisst die Brille von Microsoft – sieht nicht nur ganz normal die Möbel und Personen, die im Raum stehen, sondern gleichzeitig auch noch ein Hologramm im Raum. In diesem Fall ist dieses virtuelle Objekt ein Protein, das die Studierenden umrunden, erkunden und sogar durchschreiten können.

Einsatz der HoloLens in Praktikum

Zum Einsatz kommen die Brillen in einem zweiwöchigen Blockpraktikum, in dem die Studierenden den ganzen Zyklus der Entwicklung eines Medikamentenwirkstoffs in geraffter Form mitmachen. In der ersten Woche steht Theorie auf dem Programm: «Die Studierenden lernen unter anderem, wie man mittels Screening in einem Katalog mit Millionen von Molekülen jene aussortiert, die aufgrund ihrer Form und Funktion mit einem bestimmten Protein interagieren können», erklärt Schneider. Am Ende der ersten Woche werden die Studierenden in Kleingruppen eingeteilt. Jede Gruppe ist nun eine virtuelle Firma, die einen Inhibitor für ein Protein entwickeln muss.
Die Studierenden machen zunächst selbst ein Screening und müssen sich aus den Molekülen, die sie finden, für eines oder zwei entscheiden. In der zweiten Woche gehen sie ins Labor. Sie synthetisieren das Molekül und testen es auf seine Aktivität. Am Ende der Woche müssen sie es als Firma verkaufen.


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